Bewerbung: Heiß oder scheiß?

ein Blogtext von Sandra
ein Blogtext von Sandra

Bewerbungen sind der größte Scheiß - was meinst du?
 
Man muss sich stundenlang, bei bestem Wetter an den PC setzen und den ganzen Tag Bewerbungen schreiben, weil man ja sonst nichts anderes zu tun hat! Es geht immer nur darum sich positiv zu beschreiben, zu erklären warum man diesen Beruf ausüben möchte und warum man selbst am besten in das Team passt. Es wird nur aufd en Lebenslauf, die Bewerbung und auf das Zeugnis geschaut. Gerade auf das Zeugnis schauen sie ja gerne und sortieren auch direkt aus nur weil sie eine 4 im Zeugnis, genau in dem Fach das vielleicht wichtig für den Beruf ist, sehen.  Denen ist egal, warum diese 4 entstanden ist. Das es vielleicht mit einem Familienfall oder etwas anderem zu tun hatte das einem zu dem Zeitpunkt auf den Magen geschlagen hat. Es ist ja egal wie viel Mühe man sich für diese Bewerbung gegeben hat und warum diese schlechte Note überhaupt im Zeugnis ist. Es geht denen nur darum das sie die besten Musterschüler bekommen.

Man sitzt manchmal Tagelang am PC, opfert sein ganzes Wochenende und seine ganze Freizeit um unmengen an Bewerbungen zu schrieben, auf die man sowieso entweder eine negative oder manchmal sogar gar keine Rückmeldung bekommt!

Dann wundern die Unternehmen sich auch noch das die Bewerbungen immer schlechter und schlechter werden. Aber warum denn? Wozu soll man sich die Mühe geben und sich den Hintern aufreißen wenn man eh weiß das man keine Chance hat weil man vielleicht 30 Fehltage im Schuljahr oder mehrere vieren im Zeugnis hat? Man sieht es nur noch als sinnlos an sich diese Zeit zu nehmen, in der man viele andere -bessere Dinge machen kann.

Ich als Bewerber möchte auch trotz schlechtem Zeugnis oder obwohl ich einen schlechten Bewerbungstext geschrieben habe, die Chance bekommen mich persönlich im Betrieb vorzustellen und mich auch zu beweisen. Wann bekommt man von einem Betrieb in dem man sich beworben hat mal die Chance einen Probearbeitstag oder ähnliches zu machen? Fast nie! Dann ist es doch auch kein Wunder das man nichts mehr dafür tut und sich in dieser Hinsicht hängen lässt!
Es sollte so etwas wie eine Regelung geben, in dem bestimmt wird das die Betriebe einen bestimmten Prozentsatz der weggelegten Bewerbungen trotzdem einläd sich vorzustellen und sich zu beweisen. Dann hätte man doch gleich viel mehr Lust und mehr Hoffnung. Man würde dann vielleicht viel mehr Bewerbungen schrieben und auch gerne.
 
Sehr geehrter Betrieb,
ich habe ihre Anzeige mit großem Interesse gelesen, muss ihnen aber leider Absagen, weil Sie Leuten die ein schlechteres Zeugnis oder einen schlechteren Bewerbungstext haben einfach keine Chance geben! Ich sage Ihnen ab, weil Sie oberflächlich sind und niemandem die chance geben  sich zu beweisen - zu beweisen das er vielleicht doch zu Ihnen passen würde! Alles Gute für ihre weitere Zukunft.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Jan (Sonntag, 06 Oktober 2013 19:21)

    Hallo Sandra,

    du sagst die Wahrheit. Mir geht es genauso, bei mir sind es zwar nicht unbedingt die Noten, sondern eher der Lebenslauf, der durch Zeitarbeit bedingt viele Wechsel hat, aber ich sehe auch keinen Sinn mehr, mich darin zu bewerben, da ich eh keine Chance habe. Arbeitgeber wollen Berufserfahrung, super Referenzen, Auslandserfahrung, all das kann ich nicht bieten. Ich habe in meinen vorherigen Jobs gute Arbeit gemacht, aber es interessiert niemand. Stattdessen kriege ich immer dieselben nichts aussagenden Standartabsagen, dass ich es nicht als Abwertung meiner Qualifikationen sehen soll und man mir alles Gute für die Zukunft wünsche. Langsam ist es mir scheißegal, als was für eine Abwertung ich es sehen soll, da ich die Stelle ja nicht gekriegt habe.

  • #2

    Sandra (Donnerstag, 10 Oktober 2013 10:27)

    Hallo Jan, schön das ich mit der Meinung nicht ganz so alleine bin und das du mir da ein wenig zustimmung gibst. Ich drücke dir ganz fest die Daumen das es für dich mit der Jobsuche bald Erfolgreich endet! Viel Glück! :)

  • #3

    Domian (Samstag, 12 März 2016 14:14)

    Bewerbungen sind wie Sklavenverträge. Viel besser ist es, man wird selbstständig. Das ist zwar extrem aufwändig und du musst dich über all mögliche Sachen informieren (Gesetze, Steuerrecht, Gründung einer juristischen Person, Marken, Website, Buchhaltung und und und und.....) Aber alles ist besser als diese erniedrigenden Prozesse des ewigen Bewerbens an Stellen, wo eh' nur irgendwelche "Genies" genommen werden. Was sind das eigentlich für pervers hohe Kriterien, die alle haben ? Alle wollen mindestens 100 Jahre Berufserfahrung haben (in dem relevanten Gebiet natürlich, sonst zählt's nicht), man muss aber gleichzeit sehr jung sein. Dann muss man perfekte Sprachkenntnisse haben, die man aber nicht zeigen darf, weil man sonst wie ein Angeber rüberkommt (und wenn man die nicht erwähnt, heißt es man würde sich nicht gut genug präsentieren). Dann musst du wie ein Anankastischer darauf achten, dass ja nicht auch nur das winzigste Komma irgendwo fehlt oder falsch gesetzt ist. Man ist als Leibeigener dem Gutdünken des Herrchens ausgesetzt. Mir fallen wenige Sachen ein, die erniedrigender sind als Bewerbungen. Da zerbeche ich mir lieber ALLEINE den Kopf und quäle mich durch sämtliche Paragraphen des Gesetzes, aber bin Unternehmer. Wie gesagt, alles ist besser, als diese Arschkriecherei!